Der arme deutsche Steuermichel

Wir leben in schlechten Zeiten, das gehört zu den Binsenweisheiten. Überall Gejammer, das Geld des „armen“ Steuermichel wird allenthalben verschwendet. Für die faulen Griechen, die undemokratische EU, von den Politclowns der „Berliner Demokratiefolklore Truppe“ und weitere Beispiele, die man wahlweise dem persönlich bevorzugtem Massenmedium entnehmen kann. Einige wenige denken immerhin soweit um festzustellen dass wir hier ja gar nicht ein Land, oder sogar dessen Bewohnern helfen, sondern lediglich die deutschen oder französischen Banken retten. Da nun aber in DE einer der größten Halter von griechischen Staatsanleihen ausgerechnet die verstaatlichte HRE ist, werde ich heute etwas tun was ich in der Form noch nicht getan habe. Ich werde einen ganzen Artikel aus einem Forumsbeitrag des „Gelben Forums“ zitieren, in der Hoffnung nicht gleich verklagt zu werden…………….

Wie immer, wenn es um sachliche, fundierte und fachlich hoch interessante Informationen zum Thema Wirtschaft, Börse und Politik geht ist das „Gelbe Forum“ ein Quell der Inspiration und Information.

Ursprünglich stammt der Beitrag vom „Info-Portal“ des Dr. Joachim Jahnke (http://www.jjahnke.net), gefunden hab ich ihn aber im „Gelben Forum“—> Hier. Im Fall der HRE lohnt es sich einen Blick zurück zu werfen, bevor immer von einer Rettung der deutschen Banken geredet wird. Zumal dann, wenn sich die HRE jetzt auch noch an der sogenannten „freiwilligen, substantiellen Gläubigerbeteiligung“ beteiligt. So kriegt man seine Schrottpapiere auch noch durch den Steuerzahler garantiert. Wer ist denn nun aber diese „deutsche“ Bank mit dem schönen „deutschen“ Namen Hypo Real Estate??? Hier nun der versprochene Beitrag, ich zitiere:

der Beitrag von Joachim Jahnke ist schon etwas älter, aber immer noch sehr erhellend

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Die HRE kostet uns siebenmal mehr als die jährliche Zahlungen für 5 Mio Hartz-4-Empfänger, doch wer waren die Aktionäre?

Mit acht Milliarden Euro Kapital und 102 Milliarden Euro an Bürgschaften hat die Bundesregierung die HRE bisher gestützt und sie gegen verfassungsrechtliche Bedenken verstaatlicht. Ein Jahr nach der Verstaatlichung müssen die Steuerzahler jetzt noch einmal 40 Milliarden Euro Staatsgarantien berappen.

Um eine Vorstellung dieses Riesenbetrages von 150 Mrd Euro zu geben: Die mehr als 5 Millionen Hartz-4-Empfänger erhielten zusammen im letztgemeldeten Jahr 2008 mit 21,6 Mrd Euro ein Siebtel davon, und bei denen soll jetzt im Sparhaushalt gekürzt werden.

Doch wer waren eigentlich die bestimmenden Aktionäre der HRE, die dem deutschen Steuerzahler dies eingebrockt haben und den er noch einmal 8 Mrd Euro nachwerfen mußte, um die HRE zu übernehmen? Die Kleinaktionäre hielten Mitte 2008 vor Ausbruch der Krise gerade einmal 4,5 % der Anteile. Dagegen hielten 17 Großinvestoren, die fast alle ihren Sitz steuergünstig auf den Cayman-Inseln in der Karibik hatten 95,5 % (Abb. 16151, 16152, 16153). Der US-Großaktionär Christopher Flowers hatte erst im April 2008, nur einen Monat nach Eingang des ersten negativen Prüfberichtes der Bafin, auf den Cayman Islands die HRE Investment Holding L.P. gegründet, die dann im Juli bereits mehr als 16 % der Aktien der Hypo Real Estate Holding AG hielt. Offensichtlich hatte er die Aktien sehr billig erstanden und hatte nun in der Hoffnung auf die Unterstützung der HRE durch die Bundesregierung zum großen Geschäft kommen wollen. Doch für die meisten Cayman-Großaktionäre verliert sich die Spur im Inselsand.

Quelle der Bilder: http://www.jjahnke.net

Wer jetzt Lust auf einen richtig miesen, versauten Abend bekommen hat, der kann ja mal „Gugel“ und die allwissende Müllhalde „Wikipedia“ bemühen um einen Eindruck davon zu bekommen um was für Galgenvögel es sich da handelt. Die Creme de la Creme der Leistungsträger. Die Finanzelite, die Harvard und Oxford Bubis mit MBA – Abschluss. Wer glaubt nur die Anteilseignerstruktur der HRE ist derartig undurchsichtig, der irrt gewaltig. Also Augen auf!, beim nächsten Sozialbashing auf faule Griechen, „PIIG“’s, Migranten oder Hartz4 Sozialschmarotzern. Wenn also mal wieder jemand vom „überbordenden Sozialstaat“ faselt, und „leistungsloses Einkommen“ geisselt, dann fragt euch mal ganz intensiv wer hier der Sozialschmarotzer ist. Fast möchte man den Finanzhaien zurufen: „Wascht euch, und rasiert euch, dann bekommt ihr auch einen Job!“

In diesem Sinne!

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