Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat!

Karl Marx goes Mainstream!

Aber Hallo!, was die FAZ da am Sonntag im Feuilleton schreibt, ich kann es kaum glauben. Der Herausgeber Frank Schirrmacher persönlich sorgt für mein entspanntes Wochenende. Zufrieden sitze ich in meinem Sessel, grinse vor mich hin und kann mich im Gefühl der Überlegenheit zufrieden zurücklehnen. Das ich das noch erleben durfte. Die FAZ, nicht gerade als linksliberales Kampfblatt bekannt, erkennt was Milliarden Menschen schon lange wissen, der marktradikale, assoziale, neoliberale Kapitalismus hat dann mal fertig! „der Freitag“ titelt dann auch mal eben: „Lasst Euch umarmen, Genossen!“. Herrlich!!

Alles beginnt mit dem Artikel des Chefredakteur des britischen „Telegraph„.

Charles Moore ist Konservativer Hardliner. Er war 20 Jahre lang Chefredakteur konservativer Zeitungen, zuletzt des «Telegraph». Er ist aber auch der offizielle Biograf von Margaret Thatcher, deren Memoiren leider erst nach ihrem Tod veröffentlicht werden. Naja. sie wird wohl wissen, warum. Am 22. Juli schrieb Moore eine Kolumne, die sein ganzes Leben in Frage stellt. Ihr Titel lautet: «Ich fange an zu denken, dass die Linke vielleicht doch Recht hat».So beginnt seine Kolumne, die übrigens sehr lesenswert ist:

It has taken me more than 30 years as a journalist to ask myself this question, but this week I find that I must: is the Left right after all? You see, one of the great arguments of the Left is that what the Right calls “the free market” is actually a set-up.

The rich run a global system that allows them to accumulate capital and pay the lowest possible price for labour. The freedom that results applies only to them. The many simply have to work harder, in conditions that grow ever more insecure, to enrich the few. Democratic politics, which purports to enrich the many, is actually in the pocket of those bankers, media barons and other moguls who run and own everything.

Und für diese einfache Erkenntnis, das der „Freie Markt“ gar nichts von selbst regelt, das er statt dessen Not, Armut, Hunger und Verelendung hervorruft, für diese Erkenntnis 30 Jahre zu brauchen ist auch mehr als nur ein Armutszeugnis.

Was Schirrmacher dagegen in der FAZ anbietet liest sich teilweise wie ein wehmütiger Abgesang des so heiss geliebten Konservatismus. Die FAZ bedauert nicht die Massen der Ausgebeuteten auf dem ganzen Planeten. Nein!, er bedauert es das irgendwelche Neoliberale sich der bürgerlich, konservativen Werte und Sprache nur bedient hätten. Die „FAZ“ schreibt:

Es war ja nicht so, dass der Neoliberalismus wie eine Gehirnwäsche über die Gesellschaft kam. Er bediente sich im imaginativen Depot des bürgerlichen Denkens: Freiheit, Autonomie, Selbstbestimmung bei gleichzeitiger Achtung von individuellen Werten, die Chance, zu werden, wer man werden will, bei gleichzeitiger Zähmung des Staates und seiner Allmacht.
Das erinnert mich an die Geschichte in der „Die Nazis“ irgendwie heimlich und vom konservativen Lager quasi unbemerkt in Deutschland die Macht übernahmen. Die Konservativen und Bürgerlichen die sich hier selbst beweinen sind ein Witz. Sie sind die neoliberalen Ausbeuter, nur SIE! Es war und ist ihre Ideologie, in konservativen Think Tanks entstanden, an konservativen Universitäten (Chicago!!) gelehrt. Sie wurde mit Hilfe militärischer und finanzieller Macht den Völkern auf gezwungen. IWF, Weltbank, WTO und wie die Helfershelfer nicht alle hiessen. Nicht die Neoliberalen tarnten sich als Konservative, die Konservativen sind die neoliberalen Wirtschaftsfaschisten. Im Verbund mit den angeblichen Sozialdemokraten (Blair, Schröder und Konsorten), mit Voodo-Politik vom Feinsten zerschlugen sie weltweit alle existierenden Sozialstrukturen die ihrem ungehemmten Raubzug im Wege standen. Wer sich an all das scheinbar nicht mehr erinnern kann, hier bei „Amazon“ noch mal als Leseempfehlung Naomi Klein, „Die Schockstrategie“! Wer es mehr multimedial mag, für den kann ich John Perkins „Bekenntnisse eines Economic Hit-Man“ empfehlen. Wer noch nicht weiß was ein economic Hit-man ist, so beschreibt er seinen Beruf selbst:

1st We identify a third world cntry that has resources our Corps cut at, like Oil.

2nd We give a huge loan thru World Bankers to Big Corps to build structure.

3rd We leave them holding a huge debt.

Once they’re in debt…

A) We (hit men) will negotiate for OIL, votes, or troops in support of ours.

B) We send in the Jackals to overthrow the Govt, or assisinate the leader.

C) When A & B fail, we send the Military.

THIS CYCLE MUST STOP!

Wenn nun selbst die konservative FAZ erkennt das die gegenwärtige neoliberale (Wirtschafts)Politik, die ja angeblich von konservativen Werten geleitet ist, volles Programm gegen die Wand fährt, wieso führt das nicht zum Umdenken? Die FAZ schreibt : „Es geht darum, dass die Praxis dieser Politik wie in einem Echtzeitexperiment nicht nur belegt, dass die gegenwärtige „bürgerliche“ Politik falsch ist, sondern, viel erstaunlicher, dass die Annahmen ihrer größten Gegner richtig sind.“ Wenn es also bürgerlich Werte sind die zu der derzeitigen Politik führen, ist es dann nicht auch sinnvoll nicht nur die Politik sondern auch die zugrunde liegenden Werte zu hinterfragen? Alles andere würde keinen Sinn ergeben. Ein Umdenken wäre jetzt Pflicht. Die linken und sozialistischen Werte sind es die der Natur des Menschen entsprechen!

Und selbst der weltbekannte Ökonom, Dr. Nouriel Roubini (PhD Harvard, international economics), erklärt in einem Videointerview mit dem Wallstreet Journal das sich der Kapitalismus in der von Karl Marx vorhergesagten Weise selbst zerstören wird. Zitat (Quelle:“Auburn Journal„):

Nouriel Roubini is no Marxist. But in his 11 August 2011 video interview with Simon Constable of the Wall Street Journal, Roubini admitted that Marx was right about Capitalism, and raised the possibility that Capitalism is already in the process of destroying itself in the way that Karl Marx predicted it would more than 150 years ago.

Die Üblichen Sonntagsreden, mehr nicht

Was passierte den 2008 nach der Krise? Nichts! Die Banken krachten zusammen. Die verachteten Politiker mussten sie retten. Wer übrigens glaubt die amerikanische Bankenrettung hätte nur 700 Mrd. $ gekostet, der ist ein Träumer. Yes Sir!, ein Täumer, es waren 16 Billionen $, und nein!- dies ist kein Schreibfehler. Hier ist der erst und einmalige Untersuchungsbericht der FED Zahlungen. Alleine die Deutsche Bank erhielt 354 Mrd. $ an Hilfskrediten. Aus dem Nichts herausgeschwindeltes Geld!  Doch als sich der Wirbel sich wieder legte, sah man, was die Banken dafür hinnehmen mussten: viel Moralpredigten, kaum Regulierungen.

Und in diesem Kontext muss man das bürgerliche Gejammer über ihren eigenen Werteverlust und die verloren gegangene moralische Deutungshoheit betrachten. Die Konservativen werden nie umdenken. Wir wissen doch alle, eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr als das ein Mittelschichtler seinen Standpunkt revidiert. Trotzdem hatte ich bei den Artikel im Telegraph und der FAZ jede Menge Spass. Ich seh sie halt gern schwitzen und bibbern vor Angst, denn am Ende wird es keine Sau mehr interessieren ob sie für einen kurzen Moment nachgedacht hatten. Dann wird abgerechnet, und das werden ganz sicher beschissene Zeiten! Das wird für uns alle kein Spass!

In diesem Sinne!

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