Das griechische CDS Problem ist ein Amerikanisches !

Nachdem ich ja gestern einen Beitrag zum griechischen CDS Problem hier eingestellt hatte, hier noch ein kleiner Nachtrag. Ich erhielt mehrere E-Mail -nachfragen. Ich wurde gefragt warum denn das eigentlich geringe Handelsvolumen von 74,3 Mrd $ ein Problem darstellen sollte, zumal das Volumen den 20-fachen Wert der Anleihen übersteigen soll. Darauf eine Antwort: Weder das Volumen der abgeschlossen CDS Versicherungen noch deren Weiterverkauf lassen sich irgendwie ernsthaft beziffern. Denn in den meisten Fällen werden diese Dinger im ausserbörslichen Handel ge- und – verkauft (sogenannter OTC Handel). Nicht zu vergessen, auch auf die Interbankenverpflichtungen gibt es unzählige CDS und andere Derivate in unbekannter Zahl.

Im Zusammenhang mit der 8-grössten Pleite der US Geschichte, der Pleite des Brokerhauses „MF Global“, stellt sich durch Untersuchungen der BIZ und der amerikanischen Börsenaufsicht heraus dass die amerikanische Banken Garantien auf griechische, portugiesische, irische, spanische und italienische Schulden im Wert von 518 Mrd. Dollar verkauft haben. Fast alles CDS Papiere!!

518 Mrd US-$, und das ist garantiert nur die Spitze des Eisbergs!

So wie es aussieht, halten allein die fünf grössten der USA Banken JP Morgan Chase, Morgan Stanley, Goldman Sachs, Bank of America und Citigroup 97 Prozent aller CDS in den USA (Quelle: „DiePresse.com“ ). Wieviele mögen es wohl in Grossbritennien, Frankreich oder Deutschland sein? Liebr nicht darüber nachdenken!  In den Bilanzen der Banken für das dritten Quartal tauchten allerdings nur CDS-Netto-Bestände im Wert von 45 Mrd. Dollar auf. Ja, ja, die schöne neue Welt der neuen Bilanzierungsregeln. Es hat schon Vorteile wenn man seine Assets selber bewerten kann, ein Effekt der als »Debit Valuation Adjustments« (DVA) bekannt ist.

 Woher diese große Diskrepanz kommt, dazu nahmen die Banken dann doch lieber nicht Stellung. Die Banken benutzen so genannte Aufrechnungsverträge mit Gegenparteien (meist andere Banken). So senkt man vermeintlich, und nur auf dem Papier, das Risiko. Wer die anderen Geschäftspartner sind wird nicht gesagt.

Das große Problem bei all diesem  Transaktionen. niemand kennt das Risiko der Gegenpartei. Niemand weiss, wer kann im Schadensfall welche Summe aufbringen. Denn auch die anderen Banken haben sich wiederum abgesichert. So dreht man sich jeden Tag im Kreis, das Volumen der Blase wird erhöht, die Fallhöhe steigt und am Ende sticht jemand mit einer Nadel in den schönen Luftballon, und PENG! Den letzten beissen dann die Hunde.

Der einzige Schutz für die US-Banken, ist die Hoffnung das Merkel und Sarkozy, auf Teufel komm raus, ohne jede Rücksicht auf die eigene Bevölkerung, die EU-Banken bis zum St. Nimmerleinstag retten.

Wenn dann also am Ende alles den Bach runtergeht, Mitleid für die gierigen, dummen Bankster muss man dabei nicht empfinden. Jahrelang verdienten die Wall Steet Banken mit diesem „Geschäftsmodell“ mehrere Billionen mit dem Verkauf von CDS. Mitleid muss man mit denen haben die am Ende die Rechnung erhalten, den Steuerzahlern. Wenn sich kleine Sparvermögen, Lebensversicherungen, Riesterrenten dann verpufft haben und wir vor dem Scherbenhaufen der eigenen Existenz stehen, vielleicht erkennen wir ja dann gemeinsam die Fehler und Übel des System Kapitalismus.

In diesem Sinne!

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