Das Demokratieverständnis des Josef Ackermann

Nachdem sich die „Bild“ Zeitung (29.2.2012) es sich zu ihrer vornehmsten Aufgabe gemacht hat gegen „Faule“ Griechen und „Bunga – Bunga“ Italiener zu hetzen, um auf diese Art und Weise die deutsche Bevölkerung gegen die europäische Idee aufzuhetzen, hat die „Bild“ nun auch den idealen Retter für die EU gefunden. Und ganz ehrlich, wer würde sich da besser eignen als Josef Ackermann? Mister „25% Eigenkapitalrendite“ himself! Aber lauschen wir doch einfach den Worten des grossen Retters…………..

Der „Grosse Vorsitzende“ des internationalen Finanzkartells “Institute of International Finance” IIF, begab sich heute von seinem Elfenbeinturm hinab, um dem gemeinen Volk in der immer noch auflagenstärksten Boulevard-Zeitung der Republik  die “Übertragung von Souveränitätsrechten” der 17 Demokratien im Währungsgebiet “Euro” zu erklären. Zitat:

“Nur als geeintes Europa werden wir Einfluss auf die globale Regelsetzung haben und weiter eine gewichtige Rolle in der Welt spielen können. Einzeln genommen sind alle EU-Staaten, auch Deutschland, etwa gegenüber den USA und China chancenlos.”

Was ist wenn die Menschen Europas auf die globale Regelsetzung gar keinen Wert legen? Und was soll das sein? Der Stärkere macht mit dem Schwächeren was er will? Eine globales Regelwerk der Banken, demokratiekonforme Märkte? Wie kommt Ackermann darauf dass die Menschen in Deutschland, Spanien oder Holland oder sonst wo das wollen?  Ich glaube was die Menschen wirklich wollen ist die Chance auf eine “gewichtige Rolle” in einer Welt die sich für weniger Waffen, Betrug, Ausbeutung und Menschenschinderei stark macht, eine Welt die sich für mehr Demokratie, mehr Diplomatie, mehr Kultur, Ideen  und mehr Frieden stark macht.

Die Vorstellung der EURO oder die “Europäischen Union” in ihrer jetzigen Form hätte noch irgendetwas mit der “Europäischen Idee” zu tun, ist durch die Entdemokratisierung, Entstaatlichung, massenhafte Verarmung und Verelendung in Europa ad Absurdum geführt worden. Nicht mehr als ein Treppenwitz der Geschichte! Diese EU hat mit der “Europäischen Idee” genauso viel zu tun wie die Sowjetunion mit der Idee des Sozialismus.

Aber Ackermann wäre nicht Ackermann wenn er nicht noch ein bisschen mehr Gift verspritzen würde. Denn sein Verständnis eines integrierten Europa hat mit der europäischen Idee oder gar Demokratie mal absolut gar nichts zu tun. Sein Credo ist die Rückführung der Staatsquote, die Privatisierung ehemals staatlicher Aufgaben zu Gunste der Aufschuldungsmöglichkeit des Privatsektors (und damit der Guthaben einer kleinen Schicht von Reichen, auch bekannt als die 1%!) Seine neueste Idee:

“Nötig sind automatische, harte Sanktionen sowie eine enge supranationale Überwachung. Dazu ist es erforderlich, zusätzliche nationale Souveränitätsrechte auf die europäische Ebene zu übertragen und auch die Verfassungen der Mitgliedstaaten anzupassen.” (Hervorhebung von „BILD“)

Ich kann Ackermann mit Blick auf die Demonstrationen in Griechenland, Spanien und vielleicht auch bald bei uns nur raten nicht zu selbstsicher zu sein. Wenn die Menschen Europas den Kampf aufnehmen werden wir sehen was all die Überwachungstechnik, all die Waffen und Prügelbullen dann noch wert sind. Warten wir es ab! Mögen die Spiele beginnen!

In diesem Sinne!

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