50 Milliarden Steuergelder für Hartz IV

Um das Sommerloch zu füllen ist unsere Bundesdeutsche Mainstreampresse mal wieder auf einen sehr originellen, noch nie dagewesenen, Einfall gekommen. Da sassen die Redakteure der Systempresse in ihren, inzwischen nicht mehr verrauchten, Redaktionsbüros und rauften sich vor Verzweiflung die Haare. Dann kam die Idee : „Hey Jungs, wie wär´s mit einer Schlagzeile um die Menschen gegen Hartz IV Bezieher aufzuhetzen???“ Gesagt, getan! Und damit das kleine Journalistenhirn denn auch nicht überanstrengt würde beschlossen sie einfach voneinander abzuschreiben……..


Zuerst mal die Schlagzeile der „Welt“, wie immer ganz auf der neoliberalen Seite, mit dem Titel „50 Milliarden Steuergelder für Hartz IV Empfänger„. Die „Berliner Morgenpost“ kontert : „50 Milliarden Steuergelder für Hartz IV Empfänger“ und, immer um Originalität und Individualismus bemüht, der „Focus“ mit der Schlagzeile: „Hartz IV Aufstocker kosten 50 Milliarden Euro„.

Soviel Gemeinsamkeit (steckt aber auch das Wort „gemein“ drin) in schlechter journalistischer Arbeit ist allerdings heutzutage ziemlich häufig anzutreffen. Was dieser Artikel mit seinen Überschriften suggeriert ist doch das Hartz IV Empfänger/Aufstocker uns jetzt, oder in Zukunft die erwähnten 50 Mrd. € kosten. Aber es handelt sich hier um Die Kosten für Aufstocker, (Menschen die einer ganz normalen Arbeit nachgehen), seit der Einführung von Hartz IV im Jahre 2005. Damit sind diese Überschriften in einem Boulevard Stil der Hass auf arme Menschen provoziert und die Debatte um die Zukunft des Sozialstaats in eine geschürte, angestachelte und emotionsgeladene Neiddebatte überführt. Ein schäbiger Ausdruck der Verachtung der Schreiberlinge der „Besserverdiener“ für weite Teile der Bevölkerung. Wieviele Menschen von diesem unwürdigen Schicksal betroffen sind könnt ihr ruhig nochmal bei mir nachlesen!

Um das Lohnabstandsgebot einzuhalten fordern die Arbeitgeber keine Anhebung der Regelsätze, sondern vielleicht lieber eine Absenkung oder eine Arbeitspflicht für Leistungempfänger. Niemand ist in der Lage den Arbeitslosen eine Arbeit zu geben, nicht einmal genügend 400 € Jobs oder die hochgelobten 1€ Jobangebote, aber eine Arbeitspflicht!! Wie??? Als unbezahlter Sklave?? Statt eines Mindestlohns von mindestens 10 € in der Stunde lieber eine Quersubventionierung für reiche Unternehmer auf Steuerkosten, die für mich den Geschmack staatlicher Sklaverei hat. Für die „Heilige Kuh“ des Landes, die vielbesungene „Exportweltmeisterschaft“ wurden wir von den neoliberalen Herren der SPD/Die Grünen/CDU/CSU/FDP Fraktion zu den „Chinesen“ Europas gemacht. Die Frage muss doch lauten : „Wer ist denn hier der wahre Empfänger??“. Der Arbeiter, der den ganzen Monat Vollzeit schuften geht und am Ende zu wenig zum Überleben hat, oder der Unternehmer der seine Leite zu Billiglöhnen schuften lässt um sich selbst den Drittporsche und die Zweitvilla zu kaufen. Was für ein asoziales Verhalten!

Un damit ihr mal seht wie die Menschen darüber denken stelle ich hier einfach mal ein paar Kommentare der „Welt“-leser auf dieses Blog, bevor die wieder den Kommentarbereich kommentarlos schliessen………………

Woodoo sagt:

Die Unternehmer in Deutschland sind eine ziemlich abgewrackte Truppe. Sie schaffen es nur mehr dann, ihre Unternehmen über Wasser zu halten, wenn sie Hungerlöhne zahlen.
Kaum einer denkt noch daran, was Neues zu machen.
Sie reden uns ein, dass wir so gut sind wegen der Exporte. tatsächlich sind es Niedriglöhne.
Die meisten glauben ihnen, weil man es liebt, stolz zu sein.

Hartz4erin sagt:

Also mein alter Chef hatte 2006 die beiden Verkäuferinnen vor mir entlassen, weil sie statt mit bis dahin 6,50 brutto(!) Stundenlohn mit 5,50 nicht einverstanden waren. Dafür nahm er mich und eine andere Neue. Für mich bezog er auch noch einen Zuschuß von der Arge. Als der nach 1 Jahr wegfiel, entließ er mich…

Plutokratiekritiker sagt:

Ist doch wurscht ob die 11 Mrd in Form von H4-Aufstockung oder als
ALG “ ausgegeben werden. Dieses Geld geht eh in den Wirtschaftskreislauf zurück. Mehr Konsum erzeugt Arbeitsplätze nicht weniger Kaufkraft. Jetzt konsumiert vermehrt das Ausland. Ergebnis sieht man ja. Laßt Euch nicht verarschen. Unterm Strich kommt es nur auf die ZINSLAST an, die NICHT ins Ausland verschoben werden konnte. Alles andere ist nur Augenwischerei. BGE und leistungsgedecktes Geld muß eingeführt werden, andernfalls ist die nächste Krise vorprogrammiert.

proDM sagt:

Sind den die Geschenke an die Banken auch „subvensionen“ gewesen?

120 MRD an die HRE

78 MRD an die West LB

Ach ja,alles Peanut

Sabine Reifschneider sagt:

Soll das ein Witz sein??? Oder nur die übliche Meinungsmache?
Nicht die Aufstocker werden subventioniert, sondern die Firmen, die ihren Angestellten so erbärmliche Hungerlöhne zahlen, dass es nicht mal zum nackten Überleben reicht.
Wie war das noch mit der PIN Group, wo die ausgebeuteten Angestellten auf Geheiß der Vorgesetzten für (noch) NIEDRIGERE (sic!) Löhne demonstrierten? Naaa?
Die gehört doch Springer, ebenso wie die defizitäre WELT.
Letztlich subventioniert der Steuerzahler also über die Aufstockung der Billigst-Briefträger bornierte WELT-Redakteure und mehrt die Milliarden von Frau Elfriede Springer.
Das ist eine Unverschämtheit. Nicht nur gegenüber dem Steuerzahler, sondern vor allem auch gegenüber denjenigen Firmen, die ihren Angestellten ein anständiges Gehalt zahlen.

Bert Teil 1 sagt:

Bert Teil 1
Korrekt muss es heißen:

50 Milliarden Steuergelder für Aufstocker seit Bestehen von Hartz IV

Ich habe keine journalistische Ausbildung genossen, aber solch eine kleine Übung beherrscht jeder, der bis drei zählen kann.

Zum Inhalt:
An den Zahlen wird deutlich, wer für welche Politik steht. Die „Bürgerlichen“ sind bereit, 50 Milliarden Euro Steuergelder dafür aufzuwenden, dass Arbeitgeber sich ihrer genuinen Pflicht der Lohnzahlung (für erbrachte Arbeitsleistung) verweigern können.

So interpretieren sie die soziale Marktwirtschaft. Sie subventionieren mit 50 Milliarden Euro die Verweigerung der AG, Lohn zu zahlen.

Rechnet man noch die Gelder (sicherlich auch Milliarden) für Kurzarbeit hinzu, dann erkennt man die Willigkeit der Schwarz-Gelben, es den Arbeitgebern zu geben, wo es nur geht.

Ich hätte einen Vorschlag für die Problematik des Aufstockens sagt:

Generalstreiks —– alle Arbeiter und Angestellte raus auf die Straßen.
Einen Tag lang mal zeigen, was ohne Arbeiter und Angestellte noch möglich ist. Schlechte Bezahlungen, schlechte Arbeitsbedingungen sind mittlerweile überall gängige Methoden.
Warum sind wir in Deutschland nicht einmal eine GEMEINSCHAFT!
Lasst es uns doch einmal ausprobieren

AntonW sagt:

Geld ist immer schon genug da !!!

Das Problem ?

Lediglich 1,5 Prozent der Weltbevölkerung verfügt über mehr als 90 % dieses weltweit vorhandenen Kapitals, also hat dieses zu ihrer freien Verfügung.

Die restlichen unter 10 % Kapitalanteil müssen sich die Massen, also über 90 % der Weltbevölkerung, ! also wir alle !, teilen.

Fazit:

Ein Ungleichgewicht das zum Himmel schreit.

Leute, werdet endlich wach !!!

Dieses Problem gilt es endlich zu lösen!

Das ganze bla, bla, bla-Geschreie und die bekannten Schuldzuweisungen helfen tatsächlich niemandem weiter.

Die Reichen lachen sich über uns tot und wir alle sind somit die Dummen.

Ihr seht es hat wiedermal funktioniert. Der Tag ist noch jung und die Welt, die jetzt schon 398 Kommentare hat(die hätt ich auch gern mal!), hat wieder einmal die Menschen aufeinandergehetzt. Das ist das altbewährte Prinzip des „Äusseren Feindes“, immer ablenken und die Schuld auf jemand Anderen schieben. Nicht einmal ein Ansatz zur Kritik an den Verhältnissen die dieses ungerechte, ja menschenverachtende, System mit all seinen sozialen Problemen geschaffen hat, kein Ansatz zur Lösung eines gesamtgesellschaftlichen Problems, nein gegenseitige Schuldzuweisungen, gefälschte Zahlen und von Lobbyisten verbreitete Argumente. An Stelle der Regierenden und Herrschenden in diesem Land würde ich mit einer Lösung nicht mehr allzulange warten. Nicht das die Strasse, trotz aller Überwachungsmassnahmen und polizeilicher Diktaturinfrastruktur, das Problem mal wieder selbst in die Hand nimmt. Ganz sicher würde das zu Ergebnissen führen die keinem am Ende etwas bringen würde.

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4 Gedanken zu „50 Milliarden Steuergelder für Hartz IV

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